IG BCE verhandelt 4,5 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten

Da geht was bei Railmaint

Bei den Tarifverhandlungen bei der Firma Railmaint in Oberhausen konnte die Industriegwerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) nicht nur die Löhne anheben, sondern auch das Urlaubsgeld aufbessern.

Jonas Lang

Tarifaktion Railmaint

Alles begann mit einer Tarifaktion auf dem Betriebsgelände (siehe Bild). Zum Auftakt der Verhandlungen stellten die Beschäftigten die Zahl 6 nach. Dies sollte der Forderung nach 6 Prozent mehr Lohn und der Verdopplung des Urlaubsgelds Nachdruck verleihen. „Mit dieser tollen Aktion stärkten uns die Gewerkschaftsmitglieder den Rücken gegenüber der Geschäftsleitung“, so Siegfried Kornreiter, Betriebsrat und Mitglied der Verhandlungskommission der Gewerkschaft.
Dieser Rückhalt blieb auch der Geschäftsleitung nicht verborgen und entsprechend „auf Augenhöhe“ verliefen dann auch die Verhandlungen. „Klar waren wir anfangs noch sehr weit auseinander mit dem Arbeitgeber. Die Gespräche verliefen mit einigen Unterbrechungen dann doch sehr konstruktiv und mit dem Ergebnis können wir zufrieden sein“, meint Jonas Lang, IG BCE – Gewerkschaftssekretär und Verhandlungsführer.
So gibt es nun im Dezember eine Einmalzahlung in Höhe von 400 Euro für Vollzeitmitarbeiter. Ab Januar steigen die Löhne und Gehälter um 3 Prozent und ein Jahr später noch einmal um 1,5 Prozent bei einer Laufzeit bis September 2020. Ebenfalls in 2 Stufen steigt das Urlaubsgeld. So gibt es im Jahr 2019 50 Prozent mehr Urlaubsgeld und in 2020 kommen noch einmal 25 Prozent dazu. „Für die Mitarbeiter ist das eine tolle Sache, dass es nun fast eine Verdopplung des Urlaubsgelds gegeben hat. Da haben wir unsere Forderung fast komplett durchgebracht“, freut sich Alfred Leutenmeyer, Vorsitzender des Betriebsrats und ebenfalls Mitglied in der Tarifkommission. Für die Azubis tut sich entsprechendes auch beim Urlaubsgeld und die Ausbildungsvergütung erhöht sich im ersten Lehrjahr auf 850 Euro.

Hintergrund: Die Railmaint GmbH in Oberhausen bei Neuburg an der Donau beschäftigt ca. 150 Mitarbeiter und setzt Güterwaggons bzw. deren Radsätze in Stand. Das Unternehmen ist über einen sogenannten Haustarifvertrag tarifgebunden. Tarifvertragspartei ist die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie. Sie ist nach der IG Metall und ver.di die drittgrößte Einzelgewerkschaft in Deutschland mit insgesamt ca. 650.000 Mitglieder.

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