Tarifvertrag für die Kunststoffindustrie Bayern erreicht

Mit dem Tarifvertrag in die Zukunft

Am Abend des 29.11.2018 ist es nach langen und zähen Verhandlungen doch gelungen zu einem Abschluss zu kommen!
Der Abschluss:

  • 3,3 % mehr Gehalt und Lohn ab 01. März 2019
  • Verdoppelung des Urlaubsgeldes ab 2020
  • Weiterentwicklung der bestehenden Tarifverträge

Gerd Hammerl

Kunststoff 2018 Beate Rohrig IGBCE und Walter Vogg KVI

Am Donnerstag, 29. November 2018, fand die zweite Verhandlungsrunde für die Kunststoffindustrie Bayern statt. Der KVI Bayern (Verband der Kunststoff verarbeitenden Industrie in Bayern e. V.) wies auch zu Beginn der zweiten Runde zunächst erneut die Forderungen der Gewerkschaft IG BCE  als nicht zeitgemäß und überzogen zurück. Insbesondere die Wünsche der Beschäftigten nach mehr Zeitsouveränität stoßen bei den Arbeitgebervertretern auf wenig Verständnis. Durch die überwältigen Anzahl der Unterstützungsposkarten konnten die Arbeitgeber zu einem ersten Angebot bewegt werden. Dies war aber absolut unzureichend und nicht akzeptabel, so dass die Gespräche kurz vor einem Abbruch standen!

Nach langen und zähen Verhandlungen ist uns dennoch ein Abschluss gelungen. Erreicht wurde 3,3% mehr Loh und Gehalt ab 1. März 2019.

Außerdem konnte das Urlaubsgeld auf 34 € pro Urlaubstag gesteigert werden, dass ergibt bei 30 Urlaubstagen eine Summe von 1020€!

Die bisherigen Altersklassen in den Lohn- und Gehaltstarifverträgen werden abgeschafft! Im Lohntarifvertrag werden sie ersatzlos gestrichen, beim Gehaltstarifvertrag in Berufsjahre umgeändert. Auch im Bereich des Urlaubgeldes tut sich etwas, es wird nicht mehr zwischen Jugendlichen (Unter 18) und Erwachsenen (Über 18) unterschieden. Bisher führte dies dazu, dass zwei Auszubildende im selben Lehrjahr unterschiedliche hohe Urlaubgelder bekamen. Dies ist nun gerechter.
Alle Auszubildende bekommen ein einheitliches Urlaubsgeld von 22 € pro Urlaubstag. Zusätzlich vereinbarten die Tarifpartner, dass die unbefristete Übernahme der Normalfall wird.

Zur zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Tarifvertrags wird eine Arbeitsgruppe Details ausarbeiten. Hier geht es um gutes und gesundes Arbeiten in Zeiten des digitalen Wandels und steigen der Arbeitsbelastung, sowie um das zurück gewinnen von mehr Zeitsouveränität.
Der neue Tarifvertrag gilt für 16 Monate. Er kann frühsten zum 30. April 2020 gekündigt werden.

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